Blog
Pferd im Sommer: Hitze, Bremsen und genug Wasser
Von HorseCompanion · Veröffentlicht 25. Juni 2026 · 3 Min. Lesezeit
- sommer
- pflege
Wenn die Temperaturen steigen, verändert sich der Stallalltag genauso deutlich wie im Winter, nur in die andere Richtung. Pferde fühlen sich bei kühlen fünf bis fünfzehn Grad am wohlsten, und ein Hochsommertag mit dreissig Grad liegt weit über dieser Komfortzone. Eine Reitbeteiligung, die im Sommer mitdenkt, sorgt dafür, dass das Pferd trotz Hitze, Bremsen und Staub entspannt und gesund bleibt.
Die richtige Tageszeit wählen
Die wichtigste Anpassung im Sommer ist das Timing. In der prallen Mittagshitze zwischen elf und sechzehn Uhr wird nicht trainiert, dann gehören Schatten und Ruhe dem Pferd. Wer reiten möchte, nutzt den frühen Morgen oder den späten Abend, wenn die Luft kühler und die Sonne weniger stechend ist. An sehr schwülen Tagen ist es klüger, ganz auf intensive Arbeit zu verzichten und stattdessen einen ruhigen Spaziergang oder eine kurze Einheit im Schatten einzuplanen. Das Pferd schwitzt bei Hitze schneller, und seine Kühlung über die Haut funktioniert bei feuchter Luft schlechter, deshalb ist weniger oft mehr.
Bremsen und Fliegen in Schach halten
Im Sommer werden Bremsen und Fliegen zur täglichen Belastung. Eine leichte, atmungsaktive Fliegendecke mit engem Gewebe hält die Insekten ab, ohne das Pferd zu überhitzen, und eine Fliegenmaske schützt die empfindlichen Augen. Mähne und langer Schweif sind dabei kein Schmuck, sondern der eingebaute Insektenschutz des Pferdes, und sie sollten im Sommer weder gekürzt noch dauerhaft eingeflochten werden. Wer als Reitbeteiligung am Stall ist, prüft die Decke auf Sitz und Scheuerstellen und spricht den Einsatz von Sprays oder Fliegenfallen mit der Eigentümerin ab.
Wasser ist im Sommer das A und O
Der Wasserbedarf steigt im Sommer stark an. Ein Pferd trinkt dann häufig vierzig bis achtzig Liter am Tag, bei Hitze und Arbeit auch deutlich mehr. Zu wenig Wasser ist eine der häufigsten Ursachen für eine Kolik in der warmen Jahreszeit, deshalb gehört die Kontrolle der Tränke zu den wichtigsten Aufgaben überhaupt. Wer am Stall ist, prüft die Wasserstelle bei jedem Besuch, reinigt verschmutzte Tröge und meldet eine defekte Tränke sofort. Auf der Weide hilft eine zweite Wasserquelle im Schatten, damit kein Pferd in der Sonne ausharren muss, nur um zu trinken.
Richtig abkühlen nach der Arbeit
Nach dem Reiten will ein verschwitztes Pferd abgekühlt werden, aber nicht mit einem kalten Schwall auf den ganzen Körper. Man beginnt an den Beinen und arbeitet sich langsam zum Rumpf vor, damit der Kreislauf nicht überfordert wird. Zu kaltes Wasser direkt auf die grosse Muskulatur kann das Gegenteil bewirken und das Pferd erneut zum Schwitzen bringen. Sinnvoll ist es, den Puls erst etwas zur Ruhe kommen zu lassen, das Pferd im Schritt trocken zu führen und es danach in den Schatten zu stellen. Die Empfehlungen von Swiss Equestrian und die Vorgaben des BLV zur Pferdehaltung betonen beide, dass Schatten, frisches Wasser und angepasste Bewegung im Sommer keine Kür, sondern Pflicht sind.
Ein Sommerrhythmus aus der Praxis
Ein guter Sommerablauf für eine Schweizer Reitbeteiligung beginnt früh. Wer kann, reitet am Morgen vor der grossen Hitze und plant für den Nachmittag höchstens leichte Bodenarbeit im Schatten. Vor und nach jeder Einheit wird die Tränke geprüft, die Fliegendecke kontrolliert und das Pferd nach Bedarf abgekühlt. An Tagen mit Hitzewarnung verzichtet man bewusst auf Training und schenkt dem Pferd stattdessen Ruhe, Schatten und Wasser.
Wer diese Punkte mit der Eigentümerin abstimmt und konsequent einhält, macht den Sommer für beide entspannt. Das Pferd bleibt gesund und ausgeglichen, und die Reitbeteiligung geniesst die lange, helle Jahreszeit, ohne das Tier zu überfordern.
In HorseCompanion lassen sich Wasseraufnahme, Trainingszeiten und Auffälligkeiten an heissen Tagen pro Pferd festhalten. So erkennt man früh, wie ein Pferd auf Hitze reagiert, und kann den Sommer Jahr für Jahr besser planen. Jetzt kostenlos starten