Blog

Pferd im Winter: worauf es bei der Reitbeteiligung jetzt ankommt

Von HorseCompanion · Veröffentlicht 15. Januar 2026 · 4 Min. Lesezeit

  • winter
  • pflege

Im Winter verändert sich der Stallalltag spürbar. Kurze Tage, Kälte, Matsch und gefrorene Böden verlangen mehr Planung als im Sommer. Wer eine Reitbeteiligung hat, übernimmt in dieser Zeit Verantwortung, die weit über das reine Reiten hinausgeht. Dieser Beitrag zeigt, worauf es im Schweizer Winter ankommt, damit das Pferd gesund durch die kalte Jahreszeit kommt und jeder Stallbesuch sicher bleibt.

Bewegung trotz kurzer Tage

Die grösste Herausforderung im Winter ist das Licht. Wer berufstätig ist, kommt unter der Woche oft erst im Dunkeln zum Stall. Trotzdem braucht das Pferd Bewegung, sonst leiden Muskulatur, Verdauung und Laune. Am Wochenende lohnt es sich deshalb, das Tageslicht bewusst fürs Reiten zu nutzen, während unter der Woche die beleuchtete Halle oder der gestreute Platz die bessere Wahl sind.

Auf rutschigem oder gefrorenem Untergrund wird im Schritt gearbeitet, denn Galopp und Sprung gehören in die gepflegte Halle. An besonders kalten oder glatten Tagen ist ruhige Bodenarbeit eine gute Alternative. Das Pferd bleibt dabei in Bewegung, ohne dass Mensch oder Tier stürzen. Wichtig bleibt die klare Absprache mit der Eigentümerin, gerade weil die Zeitfenster im Winter knapper sind und sich Reittage und reine Bewegungstage gut abstimmen lassen.

Eindecken mit Augenmass

Ob ein Pferd eine Decke braucht, ist keine Glaubensfrage, sondern hängt vom einzelnen Tier ab. Ein gesundes Pferd mit dichtem, trockenem Winterfell und Witterungsschutz im Offenstall kommt oft ohne Decke aus. Geschorene, alte oder kränkelnde Pferde brauchen dagegen Hilfe, weil ihr Fell die Kälte schlechter abhält.

Eine Decke muss passen, darf nicht scheuern und sollte zur Temperatur passen, denn eine zu warme Decke lässt das Pferd schwitzen, was im Winter rasch gefährlich wird. Wer als Reitbeteiligung am Stall ist, prüft die Decke bei jedem Besuch und wechselt sie, sobald sie verrutscht oder durchnässt ist. Die Entscheidung über das Eindecken trifft dabei immer die Eigentümerin, und die Reitbeteiligung setzt die Absprache zuverlässig um und meldet Auffälligkeiten frühzeitig.

Hufe, Eis und Schnee

Schnee und Eis gehören zu den unterschätzten Risiken der kalten Jahreszeit. Schnee kann sich im Huf zu harten Klumpen verdichten, auf denen das Pferd am Ende wie auf Stelzen steht. Deshalb werden die Hufe vor und nach dem Stallaufenthalt gründlich ausgekratzt, im Winter besonders sorgfältig.

Auch die regelmässige Hufpflege bleibt wichtig. Der Schmied oder die Hufpflegerin kommt im gewohnten Intervall, denn lange Pausen schaden dem Huf. Vereiste Wege zum Paddock oder zur Weide werden gestreut, weil ein Sturz auf dem Eis sowohl das Pferd als auch den Menschen trifft. Bei beschlagenen Pferden, die viel draussen unterwegs sind, lohnt sich zudem das Gespräch mit dem Schmied über Stollen oder einen Schneegrip.

Fütterung und Wasser

Im Winter steigt der Energiebedarf, weil das Pferd zusätzlich Wärme produzieren muss. Raufutter spielt dabei die wichtigste Rolle, denn Heu liefert über die Verdauung Wärme von innen, und die Menge darf in Absprache mit der Eigentümerin tendenziell etwas höher liegen. Gleichzeitig wird die Wasseraufnahme oft zum Problem, weil Pferde kaltes Wasser weniger gern trinken und Tränken einfrieren.

Wer am Stall ist, kontrolliert deshalb die Wasserstelle bei jedem Besuch und meldet vereiste oder leere Tränken sofort. Unter Decke und dickem Fell fällt ein Gewichtsverlust zudem spät auf, weshalb sich regelmässiges Abtasten der Rippen lohnt. Die BLV-Übersicht zur Pferdehaltung betont, dass auch im Winter freier Zugang zu Wasser und ausreichend Raufutter sichergestellt sein müssen.

Sicher zum Stall und zurück

Der Weg zum Stall ist im Winter selbst ein Thema. Glatte Strassen, frühe Dunkelheit und Kälte verlangen Vorbereitung, damit der Stallbesuch nicht zum Risiko wird. Festes, rutschfestes Schuhwerk und warme Handschuhe sind im Stallalltag wichtiger als modische Reitkleidung, und eine Stirnlampe hilft beim Putzen, Füttern und auf dem Weg über den dunklen Hof.

Weil im Winter ohnehin alles etwas länger dauert, vom Anziehen bis zum Trockenreiten, macht am Ende weniger Fehler, wer den Besuch entspannt und mit genügend Zeit plant. Diese Ruhe überträgt sich auch auf das Pferd, das gerade an dunklen und kalten Tagen von einem gelassenen Gegenüber profitiert.

Ein Winterrhythmus aus der Praxis

Ein bewährter Winterablauf für eine Schweizer Reitbeteiligung lässt sich gut beschreiben. Am frühen Nachmittag oder am Wochenende wird, wenn möglich, das Tageslicht fürs Reiten genutzt, unter der Woche übernimmt die Halle, oft verbunden mit ruhiger Bodenarbeit. Nach der Arbeit wird das Pferd trockengeritten oder abgedeckt, die Hufe werden ausgekratzt und die Decke wird kontrolliert. Wasser und Heu prüft man bei jedem Besuch.

Wer diesen Rhythmus mit der Eigentümerin abstimmt und zuverlässig einhält, sorgt dafür, dass das Pferd auch in der dunklen Jahreszeit gesund, bewegt und zufrieden bleibt. Die Verlässlichkeit über den ganzen Winter ist es, die eine gute Reitbeteiligung am Ende ausmacht.

Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich unter anderem auf die Informationen des BLV zur Pferdehaltung, auf die Tierschutzverordnung TSchV sowie auf Swiss Equestrian.

In HorseCompanion lassen sich Deckenwechsel, Hufpflegetermine und Fütterungsmengen pro Pferd festhalten. So sieht die Eigentümerin von Winter zu Winter, was bei ihrem Pferd zuverlässig wirkt. Jetzt kostenlos starten