Ratgeber

Impfplan fürs Pferd in der Schweiz: Struktur und Verwaltung

4 Min. Lesezeit

Ein Pferde-Impfplan ist mehr als ein Termin-Kalender. Er ist eine medizinische Entscheidung, die zu Alter, Nutzung und regionalen Risiken des Pferdes passen muss. Dieser Beitrag zeigt die strukturellen Elemente eines Impfplans und wie eine Reitbeteiligung ihn unterstützen kann, ohne medizinische Empfehlungen zu treffen.

Warum dieser Ratgeber nur die Struktur abdeckt

Der konkrete Impfplan für ein bestimmtes Pferd ist eine medizinische Entscheidung. Sie hängt ab von Alter, Nutzung (Sport, Freizeit, Zucht), regionalen Krankheitsrisiken, Vorgeschichte und allenfalls Tierhalter-Vorgaben (zum Beispiel Turnierauflagen).

Dieser Ratgeber zeigt deshalb nur die strukturellen Aspekte: Welche Felder gehören in ein Impfplan-Dokument, wo wird er dokumentiert, welche Rolle spielt die Reitbeteiligung. Konkrete Impfschemas, Dosierungen oder Empfehlungen zu bestimmten Impfungen kommen ausschliesslich von der Tierärztin.

Die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) und die SVPM sind die Schweizer Fachstellen, die in regelmässigen Abständen aktualisierte fachliche Hinweise zur Pferde-Impfung herausgeben.

Die strukturellen Felder eines Impfplans

Ein gut dokumentierter Impfplan enthält pro Eintrag mindestens diese sieben Felder.

  • Pferd. Name, Rufname, TVD-Nummer und Pass-Identifikation. Bei mehreren Pferden im Stall verhindert die klare Zuordnung Verwechslungen.
  • Tierärztin. Name und Praxis-Identifikation der impfenden Tierärztin. Wichtig für Rückfragen und Folge-Termine.
  • Impfung. Konkrete Bezeichnung (zum Beispiel als Krankheit, gegen die geimpft wird). Dieses Feld füllt die Tierärztin.
  • Datum der Verabreichung. Tag, Monat, Jahr. Idealerweise auch Uhrzeit, falls am gleichen Tag mehrere Termine sind.
  • Charge-Nummer. Bei Reklamationen oder Rückrufen wichtig.
  • Nächster Auffrischungs-Termin. Berechnet die Tierärztin nach dem Schema, das für diese Impfung gilt.
  • Bemerkungen. Allenfalls Reaktion an der Einstichstelle, Verhalten danach, Hinweise auf die nächste Impfung.

Diese Felder sind Standard in der tierärztlichen Praxis-Software und gehören auch in eine eigene digitale Übersicht.

Wo der Impfplan dokumentiert wird

Mehrfache Dokumentation ist Standard. Sie schützt vor Datenverlust und erleichtert Notfall-Situationen.

  • Pferde-Pass. Der amtliche Equiden-Pass ist das primäre Dokument. Impfungen werden hier von der Tierärztin eingetragen. Der Pass muss in der Schweiz beim Pferd verfügbar sein, vor allem bei Transport.
  • Praxis-Software der Tierärztin. Die Tierärztin führt parallel eine elektronische Akte. Sie ist die primäre Quelle für Auffrischungs-Erinnerungen.
  • Eigene digitale Übersicht der Eigentümerin. Eine eigene Liste oder App-Übersicht (siehe HorseCompanion am Ende) ermöglicht jederzeit den Blick auf Vergangenheit und kommende Termine.
  • Schriftliche Quittungen. Manche Tierärztinnen geben pro Impfung eine kurze Quittung. Diese gehört archiviert.

Die Rolle der Reitbeteiligung beim Impfplan

Die Reitbeteiligung übernimmt keine medizinische Verantwortung beim Impfplan. Sie kann aber wertvolle Unterstützung leisten.

  • Erinnerung an Termine. Wer regelmässig am Stall ist und Zugriff auf eine geteilte Übersicht hat, kann der Eigentümerin bei nahenden Terminen einen Hinweis geben.
  • Beobachtung nach der Impfung. In den Tagen nach einer Impfung kann es zu Reaktionen kommen: leichte Schwellung an der Einstichstelle, kurzzeitige Apathie, leichter Fieber-Anstieg. Auffälligkeiten sollten der Eigentümerin und gegebenenfalls der Tierärztin gemeldet werden.
  • Mithilfe beim Termin. Wer den Termin betreut, hilft beim Halten, beim Bereithalten und sorgt für ruhige Umgebung.
  • Termin nicht eigenmächtig verschieben. Wenn die Eigentümerin den Termin nicht wahrnehmen kann, ist die Tierärztin direkt zu kontaktieren, nicht von der Reitbeteiligung verschoben.

Was zu tun ist, wenn ein Termin verpasst wird

Ein verpasster Impftermin ist nicht zwangsläufig dramatisch, doch er ist nicht ohne Konsequenz.

  • Tierärztin informieren. Sie entscheidet, ob nachgeholt oder neu aufgebaut wird.
  • Mögliche Auswirkungen: Bei manchen Impfungen verliert sich die Wirkung bei zu langem Intervall. Eine Grundimmunisierung muss dann neu aufgebaut werden, was Zeit und Kosten verursacht.
  • Turnier- und Reitbeteiligungs-Folgen: Manche Turniere und Ställe verlangen einen aktuellen Impfschutz. Bei Verpassen kann eine Teilnahme oder Anwesenheit zeitweise nicht möglich sein.

Aus diesen Gründen ist die zuverlässige Termin-Führung Teil der tiergerechten Pferdehaltung. Die BLV-Übersicht zur Pferdehaltung weist auf die Verantwortung der Halterin für die Gesundheits-Pflege hin.

Strukturelle Vorlage für eine Impfplan-Übersicht

Diese Vorlage zeigt die Struktur einer eigenen Impfplan-Übersicht. Sie ersetzt nicht den Pferde-Pass oder die tierärztliche Dokumentation.

Spalten:

  • Datum
  • Tierärztin
  • Impfung (Bezeichnung)
  • Charge-Nummer
  • Nächster Termin
  • Reaktion / Bemerkung

Beispielzeile (Felder von der Tierärztin):

  • 2026-04-15 | Dr. X (Praxis Y) | [Impfung, von Tierärztin definiert] | [Charge] | 2027-04-15 | Keine Auffälligkeit

Diese Übersicht ist neutral strukturiert. Was konkret in jede Zeile gehört, definieren Tierärztin und Eigentümerin.

Häufig gestellte Fragen

Wer erstellt den Impfplan für ein Pferd? Die Tierärztin in Absprache mit der Eigentümerin. Der Impfplan ist eine medizinische Entscheidung und berücksichtigt Alter, Nutzung, regionale Risiken und Vorgeschichte.

Welche Felder sollte ein Impfplan-Dokument enthalten? Pferd, Tierärztin, Impfung, Datum, Charge-Nummer, nächster Auffrischungs-Termin, Bemerkungen.

Wo wird der Impfplan dokumentiert? Im Pferde-Pass, in der Praxis-Software der Tierärztin und idealerweise in einer eigenen digitalen Übersicht der Eigentümerin.

Welche Rolle spielt die Reitbeteiligung beim Impfplan? Eine beobachtende Rolle. Erinnerung an Termine, Beobachtung nach der Impfung, Mithilfe beim Termin. Keine medizinische Entscheidung.

Was passiert, wenn ein Impftermin verpasst wird? Die Tierärztin entscheidet, ob nachgeholt oder neu aufgebaut wird. Manche Impfungen verlieren ihre Wirkung bei zu grossen Intervallen.

Quellen und weiterführende Informationen

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Stand: Juni 2026