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Reitbeteiligung für Anfänger finden: realistisch, sicher, geduldig

5 Min. Lesezeit

Eine erste Reitbeteiligung als Anfängerin ist der natürliche Schritt nach dem Reitunterricht: mehr Stunden im Sattel, eigene Verantwortung, ein Pferd, das man kennt. Damit dieser Schritt sicher und für beide Seiten freudvoll ist, braucht es ein passendes Pferd, einen passenden Stall und ein realistisches Bild der eigenen Reitkenntnisse. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Anfänger-Reitbeteiligung in der Schweiz gelingt.

Wann ist man bereit für eine Reitbeteiligung?

Es gibt in der Schweiz keine offizielle Mindeststundenzahl, ab der eine Reitbeteiligung "erlaubt" ist. In der Praxis kristallisieren sich zwei Schwellen heraus.

  • Reittechnik: Schritt, Trab und Galopp müssen sicher geritten werden, das Pferd muss in alle drei Gangarten zuverlässig anreitbar und anhaltbar sein, und ein gefestigter Grundsitz ist die Voraussetzung dafür, dass der Sattel nicht zur Belastung für das Pferd wird. Das entspricht meist 30 bis 50 Reitstunden in einer Reitschule.
  • Pferdeumgang: Pferd holen, halftern, putzen, satteln und führen sollten selbständig gehen. Stallarbeit gehört nicht zwingend dazu, doch der respektvolle Umgang mit dem Pferd ist Pflicht.

Wer diese zwei Schwellen erreicht hat und in den letzten Monaten regelmässig geritten ist, kann eine Reitbeteiligung suchen, sollte aber das Profil "Anfängerin" oder "Wiedereinsteigerin" klar im Inserat oder in der Anfrage erwähnen.

Welche Pferde passen für den Anfang

Auf reitsport.ch und in der CH-Plattform-Praxis kristallisieren sich drei Profile heraus, die für Anfänger gut funktionieren.

  • Ältere, ausgebildete Schulpferde, die eine kleinere Aufgabe brauchen. Sie kennen den Bahnbetrieb, gehen geduldig durch Anfängerfehler und brauchen oft genau die Mischung aus regelmässiger Bewegung und ruhiger Reitarbeit, die eine Anfängerin gut bieten kann.
  • Gutmütige Freizeitpferde, deren Eigentümerin selten am Stall ist. Hier reicht der eigene Reitanteil oft nicht aus, das Pferd freut sich über zusätzliche Bewegung. Anspruch und Tempo bleiben im Freizeitbereich.
  • Junge Pferde mit erfahrener Eigentümerin und klarem Trainingsplan, an denen ein Anfänger gezielt mitarbeitet. Diese Konstellation ist anspruchsvoll und braucht eine sehr klare Anleitung durch die Eigentümerin, kann sich aber für motivierte Anfängerinnen lohnen.

Pferde, die im Sport laufen, beim Springen oder Dressurturnier mitlaufen, junge Pferde ohne eingespielte Ausbildung oder Pferde mit bekannten Verhaltens-Schwierigkeiten passen meist nicht zu Anfängern. HorseDeal führt deshalb in vielen Schweizer Inseraten ein Anfänger-Filter-Feld.

Der richtige Stall für den Anfang

Ein passender Stall ist als Anfängerin fast so wichtig wie das passende Pferd. Drei Faktoren stechen heraus.

  • Reithalle in der Nähe. Zwischen November und März wird in vielen Schweizer Ständen die Halle zur einzigen geöffneten Reitmöglichkeit. Ohne Halle reduziert sich die Reitsaison als Anfängerin schnell auf die Hälfte des Jahres.
  • Bahn mit Begleitung. Ein Stall, in dem in den ersten Wochen jemand mit auf der Bahn ist (Eigentümerin, Reitlehrerin, eine andere Reitbeteiligung), ist deutlich angenehmer als ein leerer Aussenplatz, auf dem im Notfall niemand erreichbar ist.
  • Stallkultur. Stallgemeinschaften, in denen Anfänger gleichberechtigt mitlaufen, gibt es überall in der Schweiz, aber sie sind nicht garantiert. Ein kurzer Blick auf die Reitschule des Stalls (falls vorhanden) und das Reglement sagt viel über die Kultur aus.

Der Verband Swiss Equestrian führt eine Karte der Mitgliedsbetriebe, die als Filter für Ställe mit eigener Reitschule und qualifizierter Begleitung dienen kann. Wer am Stall noch Reitunterricht nehmen möchte, profitiert von dieser Verbindung sehr.

Erwartungen ehrlich kommunizieren

Der grösste Fehler in der Anfänger-Suche ist Übertreibung. Wer behauptet, "schon einige Jahre" zu reiten, ohne die Stundenzahl zu kennen, verbrennt beim Probereiten Vertrauen. Auf reitbeteiligungen.ch ist Ehrlichkeit der am häufigsten genannte Erfolgsfaktor für eine stabile Reitbeteiligung.

Hilfreich ist ein kurzes, konkretes Profil:

  • Reitstunden seit ungefähr X Monaten in einer Reitschule
  • Welche Gangarten sicher und welche noch im Aufbau sind
  • Eigene Reitziele (Freizeitreiten, später Ausritt, eventuell ein Kurs)
  • Pferdeumgang vom Hof oder aus der Familie, falls vorhanden
  • Zeitlich machbare Tage und Anfahrt
  • Wunsch nach Begleitung oder Selbstständigkeit

So bekommt die Eigentümerin ein klares Bild, was sie erwartet, und kann passend antworten statt aufgrund eines geschönten Profils zuzusagen.

Schweizer Praxis: Reitstunden weiterführen, geduldig sein, klein anfangen

In der Schweiz sind drei Muster für Anfänger-Reitbeteiligungen typisch.

  • Einmal pro Woche reiten plus eine Reitstunde. Anfangs reicht das, weil zwei Tage pro Woche mit Pflege und Reiten schon viel Engagement bedeuten. Die Reitstunde sichert den technischen Fortschritt.
  • Eine längere Probemonat-Phase. Drei oder vier Probereittermine, bevor die offizielle Reitbeteiligung losgeht. Beide Seiten haben Zeit, sich kennenzulernen, ohne dass die Vereinbarung schon offiziell ist.
  • Reitbeteiligung in einem Stall mit Reitlehrerin vor Ort. Wer am gleichen Stall noch Unterricht hat, baut Sicherheit am bekannten Pferd auf und überwindet die typischen Anfänger-Hürden ohne Stallwechsel.

Wer als Anfängerin geduldig bleibt und nicht in zwei Wochen das perfekte Pferd erwartet, findet in der Schweiz in der Regel innerhalb von ein bis drei Monaten eine passende Reitbeteiligung. Die Pferdeszene ist klein, gute Konstellationen brauchen Zeit, aber sie entstehen verlässlich.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Reitniveau darf man eine Reitbeteiligung suchen? In der Schweiz gilt grob, dass nach etwa 30 bis 50 Reitstunden in einer Reitschule eine Reitbeteiligung möglich ist, wenn das gefundene Pferd zum Niveau passt. Wichtiger als die Stundenzahl ist, dass Schritt, Trab und Galopp sicher beherrscht werden.

Welche Pferde eignen sich für Anfänger in der Reitbeteiligung? Ältere, gut ausgebildete Schulpferde oder gutmütige Freizeitpferde mit ruhigem Charakter. Pferde, die im Sport laufen oder einen jungen, lebhaften Charakter haben, sind für Anfänger meist zu fordernd.

Soll man als Anfänger weiter Reitstunden nehmen? Ja, zumindest in den ersten Monaten der Reitbeteiligung. Die Reitstunden bauen Sicherheit und Technik unabhängig vom Pferd aus.

Was macht den Reitstall für Anfänger zum richtigen oder falschen Ort? Eine erreichbare Reithalle für den Winter, eine Bahn mit Begleitung in den ersten Wochen, klare Sicherheitsregeln und eine offene Stallgemeinschaft. Ein reiner Turnierstall ist meist nicht passend.

Wie ehrlich soll man im Inserat oder im Erstgespräch über das eigene Niveau sein? Sehr ehrlich. Wer das Niveau aufbauscht, ist beim Probereiten meist erkennbar und verspielt Vertrauen.

Quellen und weiterführende Informationen

Den Lernfortschritt am Pferd festhalten

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Stand: Juni 2026