Ratgeber

Fütterungsplan fürs Pferd: strukturierte Vorlage zum Dokumentieren

3 Min. Lesezeit

Ein Fütterungsplan ist mehr als eine Liste der täglichen Mahlzeiten. Er ist eine medizinische Entscheidung, die zu Rasse, Alter, Arbeitsleistung und Gesundheitszustand passen muss. Dieser Beitrag zeigt die strukturelle Vorlage zum Dokumentieren, ohne konkrete Futter-Empfehlungen zu geben. Die Inhalte legen Eigentümerin und Fachperson fest.

Warum dieser Ratgeber rein strukturell bleibt

Pferde-Ernährung ist komplex und individuell. Was für ein 8-jähriges Warmblut im Mittel-Training passt, schadet möglicherweise einem 20-jährigen Senioren-Pferd mit Stoffwechsel-Problem. Was für ein Robust-Pferd im Offenstall richtig ist, gefährdet ein hochgezüchtetes Sportpferd in Vollpension.

Aus diesem Grund werden hier keine Mengen, Komponenten oder Frequenzen empfohlen. Die GST, SVPM und qualifizierte Ernährungsberaterinnen sind die richtigen Adressen für die konkrete Planung.

Dieser Ratgeber liefert nur das, was für jede Reitbeteiligung sinnvoll ist: eine Struktur, in die Eigentümerin und Fachperson die richtigen Werte eintragen können.

Strukturelle Vorlage: die zehn Felder

Ein gut strukturierter Fütterungsplan enthält diese zehn Felder.

  • Pferd. Name, TVD-Nummer, Alter, Rasse, Stockmass.
  • Erstellungs-Datum und nächste Überprüfung. Wann der Plan zuletzt aktualisiert wurde und wann die nächste Anpassung ansteht.
  • Verantwortliche Person. Tierärztin, Ernährungsberaterin und Eigentümerin namentlich.
  • Tageszeiten. Morgen, Mittag, Abend, eventuell Spätfütterung. Konkrete Uhrzeiten oder Zeitfenster.
  • Futter-Komponenten pro Mahlzeit. Die Eigentümerin oder Fachperson trägt ein, welche Komponenten zu welcher Zeit gegeben werden.
  • Mengen. Die Mengen pro Komponente und Mahlzeit, von der Fachperson definiert.
  • Reihenfolge. Bei mehreren Komponenten die Reihenfolge der Gabe (typischerweise zuerst Rauhfutter, dann Konzentrat).
  • Wasser. Tränken-Standorte, Pflege-Intervall, besondere Hinweise (Frostschutz, Reinigungs-Rhythmus).
  • Besondere Hinweise. Krankheiten, Allergien, Unverträglichkeiten, Medikamenten-Verabreichung mit dem Futter.
  • Beobachtungs-Punkte für die Reitbeteiligung. Was sie melden soll (zum Beispiel "Heu-Aufnahme weniger als üblich", "Wasser-Tränke leer").

Diese Vorlage ist neutral. Was in die Felder hineingehört, definieren ausschliesslich die Fachpersonen.

Wo der Fütterungsplan hängt

Der Fütterungsplan gehört dort hin, wo gefüttert wird.

  • An der Boxentür. Laminierte A4-Übersicht für die schnelle Orientierung.
  • In der Futterkammer. Falls vorhanden, mit zusätzlichen Notizen zur aktuellen Charge oder zu Anpassungen.
  • Digital für alle Beteiligten zugänglich. Eigentümerin, Reitbeteiligung, Stallbetreiberin und bei Bedarf Vertretung. Eine geteilte digitale Übersicht (siehe HorseCompanion am Ende) verhindert veraltete Ausdrucke.
  • Bei der Tierärztin. In der Praxis-Software für medizinische Konsultationen.

Eine Reitbeteiligung sollte den aktuellen Stand der Fütterung kennen und sich daran halten. Veränderungen lehnt sie ohne Anweisung der Fachperson ab.

Beobachtungen, die die Reitbeteiligung melden soll

Auch ohne medizinische Verantwortung kann die Reitbeteiligung wertvolle Beobachtungen liefern.

  • Veränderung der Heu- oder Futter-Aufnahme. Weniger Heu, ungewohnt zögerliches Fressen, unfertige Mahlzeiten.
  • Trink-Verhalten. Deutlich weniger oder mehr Wasser, ungewohntes Verhalten an der Tränke.
  • Verhalten beim Füttern. Aggressivität, Apathie, untypische Reaktionen auf Stallnachbarn oder Fütterer.
  • Mist-Konsistenz. Sehr trocken, sehr feucht, Verfärbung, sichtbare Bestandteile.
  • Gewicht und BCS. Subjektive Veränderungen, im BCS-Ratgeber im Detail behandelt.

Alle Beobachtungen werden der Eigentümerin gemeldet, mit Datum und kurzer Beschreibung. Diagnose-Versuche bleiben aus.

Übergänge und Wechsel im Plan

Pferde reagieren empfindlich auf abrupte Wechsel. Drei Eckwerte gelten in der Schweizer Praxis als Standard.

  • Übergangs-Zeit von 7 bis 14 Tagen bei Komponenten-Wechsel. Neue Komponente schrittweise erhöhen, alte schrittweise reduzieren.
  • Anweidezeit im Frühling. Vom Stall auf die Weide schrittweise, beginnend mit 30 Minuten pro Tag (siehe Sommer-Ratgeber).
  • Reduktion bei Trainingspause. Wenn das Pferd weniger arbeitet, muss die Energiezufuhr angepasst werden, sonst entstehen Stoffwechsel-Probleme.

Diese Übergänge legt die Fachperson fest. Die Reitbeteiligung hält sich an die schriftliche Vorgabe.

Häufig gestellte Fragen

Wer erstellt den Fütterungsplan für ein Pferd? Die Eigentümerin in Absprache mit Tierärztin und gegebenenfalls einer Ernährungsberaterin. Die Reitbeteiligung erstellt keinen Plan.

Welche Felder gehören in einen Fütterungsplan? Pferd, Erstellungs-Datum, verantwortliche Person, Tageszeiten, Komponenten, Mengen, Reihenfolge, Wasserversorgung, besondere Hinweise, nächste Überprüfung.

Wie oft wird ein Fütterungsplan überprüft? Mindestens halbjährlich und immer dann, wenn das Pferd Lebens- oder Nutzungsabschnitte wechselt.

Welche Rolle spielt die Reitbeteiligung beim Fütterungsplan? Sie hält sich strikt an die Vorgaben der Eigentümerin und der Fachperson. Eigenmächtige Änderungen sind nicht zulässig.

Was passiert bei einem plötzlichen Wechsel des Fütterungsplans? Pferde reagieren auf abrupte Futter-Wechsel oft mit Verdauungsproblemen. Übergänge sind schrittweise zu gestalten.

Quellen und weiterführende Informationen

Fütterungsplan digital pflegen

In HorseCompanion lässt sich der Fütterungsplan pro Pferd strukturiert pflegen, mit Komponenten, Mengen und Reihenfolge. Mehrere Reitbeteiligungen sehen denselben aktuellen Stand, ohne dass jemand veraltete Ausdrucke an der Box findet. Jetzt kostenlos starten

Stand: Juni 2026